Mutterglück, Job und Frau sein - funktioniert das?

Blog, nowshine, Doro
© Fotocredit: Peanut & Pip (Wandsticker)

Wir Frauen haben es gar nicht so leicht! Wir wollen Erfolg im Job finden, Erfüllung im Muttersein, sexy Kurven haben, die beste Freundin sein... ach ja, und sich selbst will frau auch noch treu bleiben – das sind bei Weitem mehr als drei Dinge. Das geht nun wirklich nicht! Oder? Dazu habe ich mich mit Doro vom Fashion-Blog NowShine unterhalten. Die erfolgreiche Bloggerin ist zweifache Mama, glücklich in ihrem Job und hat mit ihren 39 Jahren einen Body, von dem andere 20-jährige träumen. Gibt es ein Geheimrezept, um glücklich zu sein? Wie Doro ihre privaten sowie beruflichen Träume und Pflichten vereinbart, verrät sie uns in diesem Interview. 

 

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Interview mit Doro vom Blog NowShine

Portrait: Doro / © Fotocredit: http://nowshine.blogspot.de
Portrait: Doro / © Fotocredit: http://nowshine.blogspot.de

Wolltest du schon immer Mutter werden?
Ich hab nie von Kindern geträumt und immer gedacht dass mir das Mutter-Gen fehlt. Beide Kinder waren nicht geplant. Ich sah mich immer als Karrierefrau.

Hast du dir vorher Gedanken gemacht, wie du Job und Familie am besten unter einen Hut bekommen kannst?
Als ich schwanger wurde mit Luke (12 J.), meinem ersten Sohn übte ich gerade meinen Traumjob aus und wollte die Karriereleiter hochklettern. Ich hatte nicht vor diesen Job aufzugeben und fing, als Luke 11 Monate alt war, wieder an zu arbeiten. Für mich war immer klar, dass ich arbeiten will. Ich hatte eine Teilzeitstelle und Luke wurde von einer Tagesmutter betreut. Ich war super organisiert, jedoch sind Kinder unberechenbar und man kann im Grunde nichts vorher planen. Es war eine sehr stressige Zeit, ich war oft krank, müde und einfach fertig, wollte es mir aber nicht eingestehen. Lektion gelernt. Ich würde es nicht nochmal so machen. 

Hattest du je das Gefühl dich zwischen Karriere und Kindern entscheiden zu müssen?
Nicht nur das Gefühl, ich musste mich mehrmals entscheiden und ich hab mich jedes Mal für meine Kinder entschieden. Die zahlen einfach besser :)

 

Ist dir dein Arbeitgeber entgegen gekommen, als du Mutter wurdest?
Zunächst ist man mir sehr entgegen gekommen, man hat mit eine Teilzeitstelle angeboten während ich im Mutterschutz war. Als mein Sohn drei Jahre alt wurde musste ich Vollzeit zurückkommen, obwohl ich einen Antrag auf Teilzeit gestellt hatte. Meine Arbeitszeit ging weit über die Betreungszeiten des Kindergartens, den mein Sohn besuchte, hinaus. Ich versuchte es trotzdem, ich fing um sieben an zu arbeiten damit ich so früh wie möglich gehen konnte, mein Sohn wurde von Bekannten oder meiner Schwiegermutter abgeholt, und betreut bis ich nach Hause kam. Ich schaltete einen Anwalt ein um mir die Teilzeitstelle zu erkämpfen... es war nicht schön. Ich war bei einer großen Auto Bank angestellt die zu einem noch größeren amerikanischen Konzern gehörte. Diversity Management war nach außen ein großes Thema, wurde jedoch nicht gelebt. Noch nie hat man mich so sehr spüren lassen dass ich als Mutter unerwünscht bin. Der Druck der rechtlichen Auseinandersetzung und der ständige Spagat zwischen Kind und Arbeitgeber wurde so groß, dass ich letztendlich zugunsten meiner Familie und meines Kindes nachgegeben, und die Arbeitsstelle aufgegeben hab. 

Merkst du, dass du dir manchmal Druck machst die perfekte Mutter zu sein, im Job alles zu geben und dann auch noch den Haushalt zum Strahlen zu bringen?
Nur wenn es wirklich nicht anders geht. Stress setzt mir körperlich zu also achte ich darauf locker zu bleiben. Nach der stressigen Zeit bei meinem ersten Kind hab ich beim zweiten alles anders gemacht. Ich blieb drei Jahre zu Hause und habe seit ein Paar Jahren einen Teilzeitjob mit flexiblen Arbeitszeiten. Manchmal ist es trotzdem anstrengend denn ich muss im Job immer voll da sein und ich trage viel Verantwortung, da wir ein sehr kleines Team sind. Dann bleibt zu Hause auch schon mal was auf der Strecke. Ich sehe zu dass es der Einkauf oder der Haushalt ist und nie die Familie. Wenn ich Zeit habe sieht es bei uns wie geleckt aus, wenn nicht... dann eben nicht! Ich muss es nicht (mehr) 100% perfekt haben.

TIPP: Manchmal ist einfach keiner da, um über die eigenen Probleme als Mutter zu sprechen. Oder Freunde und Familie verstehen die Problematik nicht. Wir fühlen uns unverstanden. Dann sind Internetforen heutzutage eine immer beliebter werdende Möglichkeit um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und Rat einzuholen. Das kostenlose Forum von Get-Help geht noch einen Schritt weiter und bietet neben dem Austausch mit Gleichgesinnten auch noch Hilfestellungen von erfahrenen ehrenamtlichen Seelsorgern an. Eine prima Sache finde ich!

Doro mit ihren Kindern (Luke 12 J. & Lian 6 J.) © http://nowshine.blogspot.de
Doro mit ihren Kindern (Luke 12 J. & Lian 6 J.) © http://nowshine.blogspot.de

Wie holst du dich in solchen Situationen runter?
Ich muss dann eine Zeitlang nur für mich sein. Mal mache ich einfach mal nichts, mal mach ich Sport. Am liebsten treffe ich mich mit einer Freundin auf ein Glas Wein. Einfach nicht mehr Mutter oder Ehefrau sein. Nur Frau. Daraus kann ich viel Kraft ziehen. Und das Bloggen. Da geht es nur um mich.

Hast du Hilfe bei der Kinderbetreuung oder dem Haushalt? Zum Beispiel Großeltern die Babysitten, Haushaltshilfe etc. …
Als die Kinder kleiner waren kam ein Mal die Woche eine Babysitterin und mein Mann und ich hatten Date Nights. Mittlerweile kommt ein Mal die Woche für zwei Stunden eine Putzhilfe. Ich liebe sie!

Übernimmt dein Mann Aufgaben in der Familie oder Haushalt?
Ja, im Haushalt macht er die Sachen die ich nicht gerne mache, wie Wäsche falten oder Getränke einkaufen. Aber eigentlich ist er mehr für die handwerklichen Aufgaben zuständig und bezeichnet sich selber als meinen Hausmeister ;) Jedoch möchte ich das nicht runterspielen, Männer können eigentlich nicht genug helfen, dadurch dass sie einen Fulltimejob haben bleibt das meiste an den Frauen hängen.

Wie managt ihr euren Alltag als Familie?
Der Wecker klingelt um 6.30 Uhr. Um 7.30 sind mein Mann und Luke durch die Tür. Ich bringe Lian in den Kindergarten und fahre dann weiter zur Arbeit.   
Mein Mann ist normalerweise nicht vor 19 Uhr zu Hause, ich arbeite unterschiedlich, mal bis 15 Uhr, mal bis 18 Uhr. Meine langen Dienste spreche ich Anfang des Monats mit meinem Mann ab und er kommt an diesen Tagen früher nach Hause. Mein älterer Sohn holt den Kleinen vom Kindergarten ab und passt auf ihn auf bis mein Mann kommt. Nach der Arbeit gehe ich einkaufen und koche meist frisch und gesund. Manchmal gibt es aber auch einfach nur eine gepimpte Tiefkühlpizza. Hauptsache ist dass wir alle zusammen am Tisch sitzen. Ich habe meist zwei freie Tage in der Woche, dann ist der Haushalt dran und alles was so anfällt, sowie mein Blog NowShine. Wir versuchen auch regelmäßig   Sport zu machen. Yoga und Laufen sind unsere Favoriten, dabei ist man so herrlich zeitlich ungebunden.

Wie hältst du deine Balance zwischen Job, Familie und deinen eigenen Bedürfnissen?

Bei uns zu Hause sind immer viele Kinder und dementsprechend ist es oft recht laut. Ständig klingelt einer an der Tür und ich komme aus der Küche kaum raus, denn immer hat jemand Hunger oder Durst. Deshalb ist es mir heilig Zeit für mich zu haben. Ich bin gern allein um durchzuatmen und um nachzudenken. Genauso wichtig ist es für mich Zeit mit meinen Freundinnen zu verbringen. Wenn mein Kopf frei ist vom Gerümpel ist wieder Platz für Kreativität da.

Du achtest sehr auf deinen Körper und auch deine Outfits. Gab es auch Zeiten - vielleicht als frischgebackene Mama - in denen du weniger auf dich geachtet hast? Wie hast du dann wieder dazu zurück gefunden auf dich zu achten?
Nein die Zeit gab es nicht. Grund dafür ist vielleicht dass meine Mutter mir immer vorgemacht hat wie toll es ist eine Frau zu sein, sich zurecht zu machen und schöne Kleidung zu tragen. Ich liebe es in all diesen 'Frauenritualen' wie Haare machen, Nägel lackieren, die eigenen Vorzüge mit etwas Make up zu betonen, zu schwelgen. Ich bin gern Frau und ich bin stolz auf meine Weiblichkeit. 


Gibt es etwas, dass du jungen Frauen raten kannst, die überlegen Kinder zu bekommen - sich aber unsicher sind ob sie Beruf, eigenes Leben und Familie unter einen Hut kriegen können?
Das Wichtigste ist, sich nicht unter Druck zu setzen oder setzen zu lassen, der eigenen Intuition zu folgen und einfach mal zu vertrauen dass sich alles fügt. Hauptsache man macht es sich so einfach wie nur möglich und ist dabei offen für Kompromisse. Man sollte sich nur nicht die Freude rauben lassen. Ich habe mich gegen eine Karriere im Job in einer Firma die die genau das machen wollte entschieden. Stattdessen hab ich einen Job gefunden der es mir ermöglicht meinem Beruf sowie meinen Kindern gerecht zu werden, so dass ich beides mit Freude genießen kann. Ich bin mir treu geblieben und bekomme statt einer großen Karriere trotzdem berufliche Erfüllung und von meinen Kindern Liebe im Überfluss. Es ist für mich der optimale Mix.

Hier geht es zum Blog von Doro >> Fashion-Blog NowShine

Themen: Mutter, Kindererziehung, Job, Familie, Arbeitnehmerrecht, Mutterglück, Erziehung, Arbeit, Organisation, Erfahrung, Tipps, Blog Nowshine, Now shine, Doro, Interview

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Hey, ich bin Sina! Journalistin, Interior-Stylistin und Autorin des Buches „Kreative Wohnideen für kleine Budgets“. Seit über 10 Jahren schreibe nun schon für diverse Zeitschriften und produziere Fotostrecken z.B. Wohnidee, Zuhause wohnen, Living at Home, Für Sie oder My Self. Jetzt ist es endlich Zeit, meine Leidenschaft für schöne und spannende Dinge auf einem eigenen Blog zu bündeln, finde ich! Voilà – hier dreht sich Sina’s Welt! Erzähle mir deine Meinung zum Thema Familie - ich bin sehr gespannt auf dein Feedback!


Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    --- (Montag, 01 September 2014 12:29)

    Sehr schönes Interview. Spricht mir aus dem Herzen. Danke dafür!

  • #2

    Claudia (Dienstag, 04 November 2014 16:41)

    Als Mutter, Karrierefrau und Haushälterin in einer Person ist es wirklich nicht einfach, alles unter einem Hut zu bringen.
    Ich habe selbst Phasen in meinen Leben erlebt, in denen ich glaubte, dass mir alles über den Kopf wächst, zuviel wird. Die Ansprüche an mich selbst waren zu hoch, außerdem hatte ich keine konkrete Struktur, wie ich alle Aufgaben organisieren sollte. Mittlerweile ist bei mir alles sehr gut durchgeplant, vor allem im Haushalt ist mir Effizienz und Aufgabenaufteilung sehr wichtig. Will man immer alles alleine schaffen, sieht man irgendwann vor lauter Arbeit gar keine Zeit mehr für sich. Deshalb sollte man als Mutter einen Haushaltsplan erstellen, wo die ganze Familie miteinbezogen wird. Außerdem wäre es manchmal gut, die eigenen Ansprüche nicht zu hoch zu stellen - wegen eines perfekten Haushalts wird mir auch kein Orden verliehen. ;)

  • #3

    Sina (Mittwoch, 05 November 2014)

    Liebe Claudia,

    vielen Dank für dein tolles Kommentar! Ich denke, solche Phasen kennt jeder in seinem Leben - wenn man sich total vergisst, weil alles wichtiger erscheint als man selbst. Dann ist es besonders wichtig einmal inne zu halten, einen Schritt zurückzutreten und sich selbst und sein Leben aus der Vogelperspektive zu betrachten. Was läuft gut und wo sollte ich etwas ändern, damit ich wieder mehr bei mir selbst bin.

    Lieber Gruß, Sina